Archive | April, 2013

Einzelhandel handelt kreativ!

15 Apr

Neulich las ich im „Kulturspiegel“ (Heft 4/April 2013) einen tollen Artikel über das Engagement deutscher Einzelhändler gegen die Internet-Bestellerei. Ich habe ihn jetzt noch einmal hervorgeholt, denn ich fand, dass er unglaublich gut ist.

Im Artikel von Tobias Becker geht es um die schwierige Lage, in der sich der Einzelhandel befindet, wo wir doch alle gerne einfach abends, sonntags oder überhaupt easy vom Schreibtisch aus Bücher, Kaffeekapseln, DVDs, Kleidung, Spielsachen für die Kids und  (man hört es von anderen Frauen 😉 )  Schuhe kaufen.

Dabei ist interessant, dass gerade Apple als Marke, die mit iPhone und iPad uns alle online-süchtig gemacht hat, auch offline im Shop-Segment brilliert – durch die Apple-Stores in Top-Lagen. Das Geheimnis des Erfolgs: Sie inszenieren ihre Produkte, statt sie nur zu zeigen und auf Vorrat in Mengen zu haben. Sie machen sie anfassbar und sind nah an Zielgruppe wie Multiplikatoren an der „Genius Bar“, wo Fragen der Ladenkunden absolut fachkundig geklärt werden.

Es gibt weitere Einzelhändler, die ihre Läden zu Orten des Einkaufserlebnisses machen – wie das Kinderkaufhaus MUKK in Münster mit großzügiger Spielzone, neuerdings Kursangeboten rund um Kinder, charmanter Beschilderung und natürlich fachkundiger Beratung bei viel Auswahl. In einem Geschäft für Töpfe und Kochzubehör in Köln wird während der Öffnungszeiten live gekocht, in einem anderen bekommt man die Zutaten für ein Rezept fertig abgewogen und komplett zusammengestellt. Oder eben Buchhändler, die sich weniger auf Buchmengen im Regal als auf persönliche Buchempfehlungen und gerahmte Buchinszenierung konzentrieren.

Ich finde das mutig, kreativ – und richtig. Denn Studien zeigen: der Online-Käufer weiß, was er will und bestellt genau das. Der Kunde im Laden ist hingegen offen für neue Produktinformationen und vor allem für Spontankäufe. Das ist die Chance!

Also, Einzelhändler, verführen Sie uns mit Kunst und Können zum spontanen Zugreifen. Das macht Shopping doch gerade zum Spaß und Anfassen, Kostproben, Duft und schönen Stoff auf der Haut kann das Internet nicht bieten.

Christiane Blenski